Logopädische Förderung schwerst
mehrfach behinderter Kinder
Ute Rothenhöfer, Martina Himmler-Schelle
Aufgabengebiete von LogopädInnen
LogopädInnen untersuchen und behandeln Menschen jeden
Alters mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen,
die organisch oder funktionell verursacht werden.
Dies können sein:
- Säuglinge
und Kleinkinder mit angeborenen Fehlbildungen im Gesichtsbereich,
mit Problemen beim Saugen und Schlucken, mit körperlichen
und geistigen Behinderungen oder angeborenen Hörstörungen.
- Kleinkinder
und Schulkinder mit Problemen des Spracherwerbs bzw. der
Aussprache und Mundmotorik.
- Kinder,
Jugendliche und Erwachsene mit Redeflussstörungen,
z.B. Stottern.
- Kinder,
Jugendliche und Erwachsene mit Schädel- oder Hirnverletzungen
unterschiedlicher Ursachen.
Therapie von schwerst mehrfach behinderten
Kindern
Die logopädische Therapie bei mehrfach behinderten Kindern
wird individuell abgestimmt sowohl auf das spezifische Störungsbild
als auch auf den Entwicklungsstand des Kindes. Grundlage dafür
bilden die logopädische Erstuntersuchung und die ärztliche
Diagnose.
Die Behandlung kann folgende Therapiekonzepte beinhalten:
- Mund-
und Esstherapie nach Castillo Morales
- Förderung
der Spürwahrnehmung nach F. Affolter
- Neurologische
Reorganisation nach B. Padovan (grob- und mundmotorische
Übungsfolge)
Ebenso umfaßt die logopädische Therapie:
- die
Verbesserung des Sprachverständnisses
- die
Erweiterung des Wortschatzes
- die
Förderung der auditiven Wahrnehmung
- mundmotorische
Übungen
- Atem-
und Stimmübungen
- Aufbau
grammatikalischer Strukturen
- die
Anbahnung der korrekten Lautbildung
Unterstützend kommen alternative Kommunikationsmethoden
(z.B. Gesten, Symbole, Kommunikationsbuch, ...) zum Einsatz.
Therapievoraussetzungen
Wie erkennen Sie als Eltern, wann mit der sprachlichen Förderung
Ihres Kindes begonnen werden kann?
Das Kind nimmt Kontakt mit seinem Gegenüber auf. (z.B.
über Blickkontakt, Gesten, Mimik, Lautsprache)
Ist diese Voraussetzung gegeben, vereinbaren Sie nach Rücksprache
mit Ihrem Arzt einen Termin zur logopädischen Erstuntersuchung
und Beratung.
Die Logopädin sucht den interdisziplinären Austausch
mit den Betreuern, Therapeuten und Ärzten des Kindes.
So kann gemeinsam beurteilt werden, ob eine logopädische
Förderung zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll ist. Eventuell
kann sich daraus auch ergeben, daß z.B. zuerst eine
ergotherapeutische Behandlung angezeigt ist.
Wie finden Sie einen Logopäden / eine Logopädin?

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