Entwicklungsaufbau: Erfahrungen machen mit der Sach-Welt
1.
Ich mache Erfahrungen - die Eindrücke kommen zu mir:
Ich werde bewegt - ich werde aufgenommen, zur Seite gedreht.
Ich werde aufgesetzt, gelegt, gewiegt. Ich werde versorgt
- ich werde gefüttert, gewickelt, gebadet, gewaschen.
An mir krabbelt die Hand des Erwachsenen. Ich lerne, solche
Aktivitäten anderer an mir einzuordnen, es entstehen
einfache Erwartungen, meine Schreckjaftigkeit gegenüber
Aktionen an mir lässt nach, ich kann mich einfach orientieren.
(Ausgangslage: es ist die Drehung des Körpers um die
Längsachse - die Rotation - noch nicht möglich).
2.
Ich entdecke meinen Körper:
durch eigene Körperbewegungen kommen zunächst zufällig,
dann gezielter Wechselwirkungen vom Körper zum Körper
zustande: Die Hand findet den Mund, die Hände finden
sich gegenseitig, die Hand findet den Bauch, Haare, Beine.
Die Augen entdecken die Hand und verfolgen sie dann auch mit
dem Blick.
(Ausgangslage: Rückenlage, wenn das Kind genügend
Kraft und Koordination hat, die Arme anzuheben und über
dem Bauch zusammenzubringen bzw. sie vor die Augen zu bringen.
Anregung durch Seitlage möglich.)
3.
Ich entdecke die Dinge - an mir
in Bezug zu meinem Körper: ich werde zugedeckt - aufgedeckt
- Dinge sind auf und an mir. Kleidung, erste Spielsachen.
Diese verliere ich noch oft und finde sie eher zufällig
wieder. Gut ist es, wenn die Dinge mich - mehr als zufällig
- berühren, weil sie an mir festgemacht sind, pendelnd
hängen oder an mich angelehnt sind und dabei wippend
stehen, nicht wegrollen können.
(Ausgangslage: Rücken- oder Seitlage mit Dingen, die
am Kind festgemacht sind - Armbänder, Spürschnüre,
Spürsäckchen), Rückenlage mit Spürdusche
oder Dinge am Spielgestell/Spieltrapez - über dem Kind
aufgehängt. Seitlage dann auch mit Gegenständen
im unmittelbar körpernahen Greiffeld.
Zunächst kommt es nur zu zufälligen Berührungen
der Dinge. Zunehmend gezielter beim Aufbau einer zusammenhängenden
Wahrnehmungswelt - zunächst innerhalb einzelnder Sinnesbereiche
(Spürfolgen in alle Richtungen, Sehfolgen in alle Richtungen,
also nicht mehr nur punktuelles Spüren und Sehen). Später
dann auch in zunehmender Sinnesverknüpfung, also bei
z.B. entstehender Auge-Hand-Koordination.
4.
Ich entdecke die Dinge in Bezug zum Untergrund:
Ich kann Dinge auf dem Boden hin- und herbewegen, Dinge auf
den Boden klopfen, sie schieben, anstoßen, umfallen
lassen und stellen. Gut ist es, wenn die Dinge auch am Boden
festgemacht sind oder wippend stehen. Ich kann Dinge stellen
und legen.
(Ausgangslage: Bauchlage, Abstützen mit einem Arm möglich
= ca. 7.-8. Monat. Eingeschränkt nur in Seitlage - sehr
begrenzte Spürfläche am Boden.)
5.
Ich entdecke die Dinge in Bezug zueinander:
Ich kann Dinge aufeinander klopfen. Ich kann Dinge aus anderen
herausholen, sie ineinander fallen lassen, Dinge verteilen,
fortwerfen. Dinge herholen, häufen.
Ich kann dann auch einfache Werkzeuge benutzen: einen Stab
zum klopfen, zum umstoßen, eine Kette zum Lärm
machen in einer Dose, ein Tuch zum Herziehen von Dingen, eine
Schnur zum gezielten Herholen von Dingen und zum Nachziehen
eines Spielzeugs. Später auch: Dinge in Reihen stellen,
aufeinander zu Türmen schichten.
(Ausgangslage: Krabbeln und Aufsitzen - beide Hände sind
frei und können die Beziehungen der Dinge zueinander
und zum Boden gleichermaßen erkunden; ab ca. 9.-10.
Monat.)
wh.10.99
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